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Großbritannien genehmigt Gasförderung vor Schottland

21. Oktober 2026

Britische Umweltschützer laufen Sturm gegen zwei Energieprojekte in der Nordsee. Für eines davon hat die Regierung nun grünes Licht gegeben. Schon bald sollen die ersten Haushalte mit dem Gas versorgt werden.

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Großbritannien 2026 | Gasplattform "Jackdaw" in der Nordsee
Gasplattform Jackdaw in der NordseeBild: Stefano Massini/Adura/PA Wire/dpa/picture alliance

Bereits im kommenden Winter sollen britische Haushalte mit Gas aus dem etwa 240 Kilometer vor dem schottischen Aberdeen gelegenen Feld Jackdaw versorgt werden, wie das Energieministerium in London verkündete. Das Projekt sichere Hunderte Arbeitsplätze und trage dazu bei, "dass Millionen von Haushalte diesen Winter warm bleiben", sagte Premierminister Andy Burnham laut einer Mitteilung.

In einer Zeit, in der viele Menschen zu kämpfen hätten, sei es richtig, vorhandene Energiereserven verantwortungsvoll und optimal zu nutzen. Nach Angaben des Betreibers Adura könnte Jackdaw auf dem Höhepunkt seiner Förderung rund sechs Prozent der britischen Nordsee-Gasproduktion ausmachen.

Projekt spaltet die Labour-Partei

Das Projekt spaltet Burnhams Labour-Partei. Eines ihrer Versprechen beim Amtsantritt des früheren Premiers Keir Starmer im Jahr 2024 war es, keine neuen Lizenzen für Öl- und Gasförderung in der Nordsee zu erteilen. So sollte das Land weg von fossilen Energien gelenkt werden und hin zu Erneuerbaren. Burnham hatte nach seinem Amtsantritt im Sommer wiederholt erklärt, in Bezug auf die Energieprojekte in der Nordsee einen "pragmatischen Ansatz" verfolgen zu wollen. 

Die Befürworter der Bohrungen verweisen darauf, dass weder Jackdaw noch das Rosebank-Feld westlich der Shetland-Inseln, in dem hauptsächlich Ölvorkommen schlummern, neue Projekte seien. In der Regierungszeit der konservativen Tories hatte die zuständige Behörde bereits Konzernen die Lizenzen erteilt. 

In der Folge wurden die beiden Felder allerdings zum Gegenstand eines längeren Gerichtsstreits. Im vergangenen Jahr entschied ein schottisches Gericht schließlich, dass die Lizenzen die indirekten Treibhausgasemissionen nicht berücksichtigt hätten - die Konzerne müssten also erneut einen Antrag auf Genehmigung stellen.

Wie es mit dem Ölfeld Rosebank weitergeht, ist indes noch unklar. Darüber werde gesondert entschieden, und dies werde "länger dauern", sagte Energieministerin Miatta Fahnbulleh der Nachrichtenagentur PA zufolge.

"Zündstoff für den Klimakollaps"

Klimaaktivisten und Umweltschützer kritisierten die Entscheidung der Regierung, das Jackdaw-Gasfeld auszubeuten, scharf. Greenpeace erklärte, die Genehmigung zeige, welchen Einfluss die "Lobbyisten der fossilen Brennstoffindustrie nach wie vor auf unsere Energiepolitik ausüben".

Großbritannien London 2026 | Protest gegen Erschließung der Öl- und Gasfelder Rosebank & Jackdaw
Proteste vor dem britischen Energieministerium Anfang OktoberBild: Henry Nicholls/AFP

Die Erschließung des Feldes werde die hohen Stromrechnungen nicht senken, hieß es von der Organisation Stop Climate Chaos Scotland. Jede neue Gasförderung werde "dem Feuer des Klimakollapses zusätzlichen Zündstoff geben" und weitere Katastrophen auslösen.

Premier Burnham wie auch Energieministerin Fahnbulleh betonen, die Genehmigung des Projekts stehe im Einklang mit den britischen Klimazielen. "Wir halten an unserem Ziel fest, auf erneuerbare Energien umzusteigen und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen", sagte Burnham. Doch selbst auf dem "ehrgeizigen Weg zur Erreichung der Klimaziele" würden Öl und Gas noch jahrzehntelang ein Teil der Energieversorgung sein müssen.

gri/as (dpa, afp)

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