Aufräumen nach den Ausschreitungen bei Demos in Deutschland
Die Demonstrationen am Samstag in deutschen Großstädten wirken nach. Nach friedlichen Protesten entlud sich in einigen Städten die Gewalt. Es gab Angriffe auf Polizisten und Geschäfte.

Stein, Glas, Holz
So sieht es am Sonntagvormittag in Teilen der Frankfurter Innenstadt aus. Da Gewalt bei den für Samstagnachmittag angekündigten Protesten erwartet wurde, hatten einige Geschäfte ihre Schaufenster mit Sperrholz gesichert. Wer es nicht tat, fand am Sonntagmorgen unter Umständen die Schaufensterscheiben seines Ladens in Scherben wieder - eingeworfen mit Pflastersteinen.
Aufräumen am Tag danach
Wie hier in Frankfurt arbeiten die Mitarbeiter der Straßenreinigung auch in anderen deutschen Großstädten auf Hochtouren, um die Spuren der letzten Nacht zu entfernen. In einigen deutschen Bundesländern ist am 1. November Feiertag. An Allerheiligen gedenkt die Kirche aller Heiligen, also nicht nur den offiziell Heiliggesprochenen. Daran denken die Mitarbeiter der Straßenreinigung wohl grade nicht.
Plünderungen
Am Samstagabend war es weniger ruhig. In einigen deutschen Großstädten gab es Zerstörungen und Plünderungen. Auf diesem Foto sieht man, wie zwei Personen die Schaufensterscheibe eines Waffengeschäfts in der 760.000-Einwohner-Stadt Frankfurt zerstören. Die Polizei konnte einen Verdächtigen festnehmen und zwei Waffen sicherstellen.
Spezialeinsatzkräfte
Um Menschen zu schützen und Sachbeschädigungen und Plünderungen einzudämmen, setzte die Polizei in Frankfurt auch schwer bewaffnete Spezialkräfte ein. Zunächst waren am Samstagnachmittag rund 8000 Demonstranten friedlich durch Frankfurt gezogen. Später wurden Flaschen, Steine und Böller auf Polizisten geworfen. Die Polizei sperrte die Fußgängerzone Zeil ab und nahm mehr als 30 Personen fest.
Wasserwerfer und Polizeipanzer
In der Eine-Million-Einwohner-Stadt Köln im Westen Deutschlands wurde die Versammlung mit mehreren Tausend Teilnehmern vorzeitig beendet, nachdem sich einige Demonstranten vermummt und Feuerwerkskörper gezündet hatten. Daraufhin kam es zu Angriffen auf Polizisten. Die Polizei war mit Wasserwerfern und schwer gepanzerten Fahrzeugen im Einsatz.
Hier ging es heiß her
Auch im Norden Deutschlands endeten zunächst friedliche Proteste mit Randale. In der knapp 1,9 Millionen Einwohner zählenden Stadt Hamburg wurden Gegenstände angezündet. Zudem wurden mit Material von Baustellen Barrikaden gebaut. Die Polizei räumte einige Teile der Stadt mit einem Wasserwerfer.
Vermummte Demonstranten
In Deutschlands Hauptstadt Berlin hatten zunächst nach unterschiedlichen Angaben zwischen 5000 und 10.000 Menschen friedlich protestiert. Am Abend zogen laut Angaben der Polizei rund 3000 Menschen durch den Stadtteil Prenzlauer Berg. Daran nahmen auch vermummte Personen teil und es kam zu Sachbeschädigungen und den Einsatz von Feuerwerkskörpern.
Lob für die Polizei
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat die Arbeit der Polizei gelobt. "Gewaltexzesse wie in Paris wurden dank unserer hoch engagierten Polizeikräfte verhindert", sagte er der Zeitung Bild am Sonntag. Das Einsatzkonzept der Polizei sei aufgegangen. Für die Gewalt machte er "gewaltbereite linke Gruppen und Chaoten aus dem migrantischen Milieu" verantwortlich.
Friedliche Demonstrationen
Bevor es abends in einigen Städten zu Gewaltexzessen kam, hatten am Nachmittag in 30 Städten, wie hier in München im Süden Deutschlands, nach Angaben der Veranstalter über 100.000 Menschen friedlich demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die Initiative "Gen Z regelt", die sich für bessere Bildung, niedrigere Lebenshaltungskosten und soziale Gerechtigkeit speziell für junge Menschen einsetzt.