Klimawandel: Historisch heißer Herbst
Keine Jahreszeit entlockt der Natur so schöne Farben wie der Herbst. 2026 hat ein historisch heißer Oktober den herbstlichen Kälteeinbruch auf der Nordhalbkugel verzögert - dabei spielt auch El Niño eine Rolle.

Herbstlicher Hirsch
Golden verfärbte Bäume und eine Hirschstatue spiegeln sich Anfang November in einem See in Schottland. Dieses Jahr konnte sich der Herbst auf der Nordhalbkugel erst spät durchsetzen: Anhaltende Hitzewellen ließen die Temperaturen auf historische Höchstwerte klettern. Der Oktober 2026 war der weltweit wärmste seit Aufzeichnungsbeginn.
Schlangen-Straße
Doch nun ist der Herbst da: Silbern zieht sich das Band einer gewundenen Straße durch die bergige und waldreiche Schwarzmeerregion im Nordosten der Türkei. Die Landschaft leuchtet in gelb, grün, orange, rot und und braun und zieht Naturliebhaber und Fotobegeisterte aus aller Welt an.
Extremer El Niño
Norddeutsches Schietwetter: Ein Passant geht durch den Hamburger Park Planten un Blomen. Für die Natur ist der Regen eine willkommene Abwechslung: Die durch den menschengemachten Klimawandel bedingten Extremtemperaturen werden 2026 durch das Wetterphänomen El Niño verstärkt, das die globalen Temperaturen zusätzlich antreibt - und das dieses Jahr besonders stark ausfällt.
Kanadischer Klimawandel
Kanada ist berühmt für seinen Indian Summer: Zwischen verfärbten Bäumen schimmert der CN Tower in Toronto am strahlend blauen Himmel. Die Metropole knacke Ende Oktober mit über 23 Grad Celsius einen 80 Jahre alten Hitzerekord: Kanada erwärmt sich im Schnitt doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, die arktischen Regionen im Norden sogar dreimal so schnell.
Wortwörtliche Wolkenkratzer
Na wo sind sie denn? Nur die Spitzen von Warschaus höchsten Gebäuden ragen aus einer dichten Nebendecke, die sich wie ein Schleier über die polnische Hauptstadt gelegt hat. Nebel gehört zum Herbst dazu: Längere Nächte und schwindende Sonnenkraft kühlen den Boden stark ab, sodass die feuchte Restwärme der Luft zu Nebel kondensiert.
Dauerhafte Dürre
Auch Mitte Oktober liegt die Verbindungsbrücke zur Insel Mainau im Bodensee noch trocken: Die historischen Hitzewellen und die anhaltende Trockenheit ließen die Pegelstände großer europäischer Ströme wie Rhein, Donau und Weichsel im Frühherbst auf dramatische Tiefststände sinken. Die Binnenschifffahrt in Europa ist durch das anhaltende Niedrigwasser im November weiterhin massiv beeinträchtigt.
Pretty in pink
Es muss nicht immer rotes Laub sein: Der Herbst ist auch die Blütezeit des Pampagrases - hier bestaunen Besucherinnen und Besucher ein besonders prächtiges Feld in Fuyang, China. Ebenso wie im Rest der Welt war der Herbst in China bisher außergewöhnlich warm: Im Oktober wurden Temperaturen von teils über 33 Grad Celsius gemessen, ein neuer Rekord.
Väterchen Frost im Anmarsch
Mancherorts hingegen weicht der Herbst bereits dem Winter: Auf diesem Spinnennetz im russischen Kasan hat sich Frost gebildet. Meteorologisch endet der Herbst am 1. Dezember. Dann wird auch der Höhepunkt von El Niño mit weltweiten Auswirkungen erwartet: In Nordamerika könnte der Winter milder ausfallen als gewöhnlich, für Europa sind die Prognosen unklar.